No One Way Film

23. June 2014 Arbeiten, Gamelab
No One Way Film
Der serbische Künstler Milos Tomic (*1976), der Serbien auf der diesjährigen Biennale in Venedig vertreten hat, bezeichnet sich selber als Filmemacher mit verschiedenen weiteren Leidenschaften: So erstreckt sich seine Arbeit über die Medien Film, Fotografie, Musik, Kollage und Skulptur. Tomics Schaffen in der Freien Kunst steht vor dem Hintergrund seines Studiums der Regie und Animation. Seine Arbeit ist Auseinandersetzung mit zurückgelassenen und weggeworfenen Objekten. Tatsächlich verfasste er sogar seine Doktorarbeit zu dem Thema: “Die Kostbarkeit des Ausgesonderten am Beispiel von Müll als Material für Film und Fotographie“. Sein Werk besteht zum großen Teil aus verfremdeten alltäglichen Objekten, etwa zugenähten Schuhen oder Besen mit Dornen anstatt Bürsten. Seine Skulptur “Pearls” ist das Wiederfinden jener Dinge die wertvoll und fälschlicherweise vergessen sind.

In seinem vom 16.-19.06. dauernden Workshop leitet Tomic ein mit inspirierenden visuellen Beispielen verschiedenster Künstler, denen es gelang ihre Arbeiten in schweren, schier unmöglichen Situationen umzusetzen. Die partizipierenden Studenten werden in unterschiedliche Gruppen geteilt und müssen in einer streng limitierten Zeitspanne eine Idee für einen ein-minütigen Kurzfilm erarbeiten.
Daraufhin wird jede Gruppe ihren Kurzfilm abdrehen und im Laufe der darauffolgenden Tage die gleiche Grundgeschichte zehn bis zwanzig Mal erneut aufnehmen, jedes Mal allerdings mit diversen Veränderungen oder neuen Hürden: Schauspieler ändern die Rollen oder die Kleider, der Kameramann filmt aus der Hand aber mit geschlossenen Augen, die Umgebung wird von einem Schul-Setting zu einer lauten Straße, nächtlichen Straße, einem vollen Supermarkt oder einem Bahnhof verlegt – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Die Idee dahinter ist durch Veränderung, Anpassung und Improvisation der verschiedenen Kernkomponenten des ursprünglichen Films zu erfahren, wie eine Idee aus vielen verschiedenen Winkeln beleuchtet und auch weiterentwickelt werden kann. Auf der anderen Seite repräsentieren all diese Hindernisse auch viele der realen, täglichen Probleme, die einem Künstler begegnen in seinem Versuch, das umzusetzen, was erschaffen werden soll.